Google ist tot?

„Die Suche ist tot!“ Eine Rede mit so provokativen Titel konnte ich mir nicht entgehen lassen. Es überraschte mich, dass einige Referenten auf der Co-Reach 2016 den Big-Playern im Netz auch kritisch gegenübertraten, fühlen sich die meisten Marketingmacher zwischen Facebook, Pinterst und Google doch wie allein im Süßigkeitenladen. Da schmecken Likes schnell wie Nougat, mhm Nougat. Ich drifte ab …

Wird uns Google verlassen?

David Gabriel betritt als letzter Sprecher des Messetages die Digiatal Marketing Area, um darauf eine Antwort zu geben. Er stellt sich vor, ist Geschäftsführer von Smarketer, einer Agentur in Berlin, spezialisiert auf AdWords, dem Werbesystem von Google. Täglich begleitet ihn die Suchmaschine, gibt ihm Fragen auf.

Fragen wir Google, oder befragt Google uns?

Diese Frage stelle ich mir.

Ich denke beides. Mit dem Unterschied, dass wir höflich nachhaken und zustimmend nicken, während Big Brother Google uns ins versteckte Kreuzverhör nimmt. Und die Taktik ist recht effektiv. Denn Google lernt uns immer besser kennen, rekonstruiert unsere Bedürfnisse, unser Verhalten, und entwickelt sich immer weiter. Ich will gar nicht wissen, wie dieser Beitrag gerankt wird, nur weil ich „Big Brother“ und „Google“ in einem Atemzug nenne. Ich schweife ab …

Heute sind wir nicht mehr online, wir leben dort.
David Gabriel
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Viel los auf der Co-Reach 2016. Egal, hauptsache der Teppich ist flauschig!

 

Doch warum sollte die Suche dann aussterben? Schnell rudert Gabriel zurück. Nein, die Suche sei nicht tot, nur verändere sie sich stark.

Micro Moments

„Die Suche wird zunehmend mobiler und geht somit Richtung Micro Moments“, setzt Gabriel nach.

Google, wo ist die nächste Tankstelle? Google, welche Zutaten gehören in eine Bolognese? Das ist die neue Suche. Gabriel gibt ihr sogar einen Namen dafür: Audience Search. Hier müssten Marketingmacher ihre Käufer zukünftig abholen, rät er. Dort, wo Bedürfnisse entstehen. Die Antworten sollen nicht lauten „In 300 Metern“ und „Dazu gehören Tomaten und Hackfleisch“, sondern Aral und Maggi.

Suchen, finden, kaufen

Google kämpft um seinen Status. Gabriel klickt ein paar Folien durch, Studien, die zeigen, dass Google nicht bei allen Dingen als erstes gefragt wird. Zum Beispiel bei Unterhaltungselektronik. 57 % wenden sich hierzu lieber an Amazon. Logisch, denn Amazons Antwort überzeugt: Du bekommst es günstig, du bekommst es schnell, und es ist nur einen Mausklick entfernt.

Aber Google hat auf alles eine Antwort parat. In diesem Fall heißt sie „Meta-Suchmaschine“. Gabriel hat den neuen Service Google Flights schon genutzt und war begeistert. „Günstiger und bequemer hätte ich den Flug nirgendwo bekommen. In Zukunft werden Buchungen verstärkt über Google getätigt.“

Google vergisst nie

Du hast mal wieder den Jahrestag verpennt? Autsch, das gibt Ärger. Google wäre das nicht passiert. „Android, Playstore, und Google weiß eigentlich bereits alles“, sagt Gabriel. „Dazu kommt Maps. Nun weiß Google, wo wir uns am häufigsten aufhalten. Durch Youtube, weiß Google, was uns interessiert. Chrome und Analytics runden das ganze ab, indem sie all unsere Schritte genau auswerten.“

Wer bei Google weiterhin erfolgreich sein will, muss Gabriels Meinung nach umdenken. „Eine Optimierung auf Daten reicht nicht mehr aus. Wir brauchen Optimierung auf Kunden.“ Das heißt, Kundenprofile müssen wesentlich detaillierter sein, um die richtige Zielgruppe zu erreichen.

Aber Google wäre nicht Google ohne die passende Antwort in der Hinterhand. Die Suchmaschine nimmt gern auch komplette Kundenprofile von Unternehmen an und verspricht so eine gezieltere Ansprache.

Danke Google.

 

 

 

Technik verstehen. Technik gestalten. Technik testen. Diese drei Dinge bewegen mich im Alltag. Hier möchte ich spannende Geschichten und Projekte mit euch teilen. Zusammen halten wir Ausschau nach aktuellen Trends und nehmen allmöglichen Stuff unter die Lupe. Kommentiert gerne mit und werdet ein Teil von FUTUR3 hoch drei. Würde mich freuen!

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