Das perfekte 4K-Einsteigermodell
Lumix G70

Eine Weile habe ich nach der passenden Kamera Ausschau gehalten. Für mich musste sie scharfe Videos abliefern aber auch im Fotobereich überzeugen. Nun hatte ich die G70 beinah ein halbes Jahr im Dauereinsatz. Ein ausführliches Review würde jeden Rahmen sprengen, deshalb möchte ich mich auf ein paar einzelne Punkte konzentrieren, die mir an dieser Cam besonders gut gefallen haben, und was nicht, damit ihr schnell seht, ob die Lumix für euch in Frage kommt.

4K sieht einfach hammerscharf aus. Punkt.

Auch ich habe mir Kameras mit 1080p angesehen und verglichen. Das hatte einen einfachen Grund: Weder mein Fernseher noch mein Laptop besitzen 4K-Auflösung. Wieso also umbedingt eine 4K-Kamera? Weil das in 4K aufgenommene Material auch gerandert auf einem Full-HD-Display kontrastreicher aussieht. Auch ist man flexibler in der Auswahl des Bildausschnitts. Wenn ich später beim Bearbeiten, einen kleineren Bereich des aufgenommen Bilds verwenden möchte, tue ich mir bei Full HD schwer, weil es schnell verpixelt. Um zusätzliche Kontraste vor allem im Außenbereich zu erzielen, empfehle ich euch den Einsatz eines Polfilters. Ich nutze den Pro 1 Digital 58 mm von Hoya  und bin voll zufrieden. Bei viel Licht darf natürlich auch ein ND-Filter nicht fehlen. Als positiven Nebeneffekt schützen die Filter auch die Linse des Objektivs. Ich habe meine Lumix G70 mit dem etwas teureren Objektiv gekauft, dem G Vario 14-140 mm mit 10-fach Superzoom. Für den Außenbereich eignet es sich perfekt – für Poitraitfotos und Videos weniger. Deshalb lege ich mir demnächst noch ein Makroobjektiv mit Festbrennweite zu. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und gebe euch Rückmeldung.

Cooler Look trifft bequeme Haptik

Die Lumix G70 besticht nicht nur durch scharfe Ausnahmen, nein, auch ihr Äußeres sieht richtig scharf aus. Sie hat einen coolen Retro-Look, der beim Modell in Silber noch etwas mehr zur Geltung kommt, weshalb ich mich für dieses entschieden habe. Insgesamt lässt sich die G70 bei Aufnahmen aus der Hand super bedienen. Sie verfügt über drei Rädchen: Über eines lassen sich die verschiedenen Modi auswählen, die anderen beiden können je nach Konfigurierung Blende, ISO oder Belichtungszeit steuern. Ihr könnt sie mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand gut erreichen. Der Touch-Display ist dreh- und klappbar und reagiert präzise. Das macht sie vor allem auch für Blogger ideal, da sie immer das eigene Profil neben der Linse im Blick haben. Dieser Punkt bringt mich jedoch gleich zum ersten Manko.

Lumix G70

Problem Autofokus

Ein virtuoser Fotograf braucht keinen Autofokus, heißt es. Das stimmt auch zum Teil. Schließlich entscheide ich, wo die Schärfe letztlich liegt. Für jeden, der auf Nummer sicher gehen möchte, empfehle ich, das Fokus-Peaking im Menü zu aktivieren. Manch einen irritiert das leichte Flimmern der scharf gestellten Bereiche vielleicht, aber mir gibt es ein Gefühl der Sicherheit und ich nutze das gern. Dennoch störte es mich, dass der Autofokus nicht zuverlässig und schnell genug arbeitet. Oben habe ich geschrieben, dass sich der klappbare Display perfekt für Video-Blogger eignet – leider ist der Autofokus ein klares Defizit für diesen Anwendungsbereich. Da man sich ja selbst vor der Kamera bewegt und in der Regel niemand die Kamera bedient, kann man nicht nachjustieren, wenn man sich unbeabsichtigt nach vorne beugt und so den Schärfebereich verlässt. Besonders deutlich wird das Problem, sobald man Produkte direkt vor die Kamera hält. Es dauert in der Regel eine Sekunde, bis der Autofokus das vorgestreckte Objekt scharfstellt. Manchmal passiert auch gar nichts und man muss das Objekt herumschwenken, bis es erkannt wird. Klar, das ist ein recht spezieller Fall, und wenn ihr nicht gerade ins YouTube-Business einsteigen wollt, schaltet den Autofokus einfach auf „Off“.

Audiocheck Fehlanzeige

Leider verfügt die G70 nur über einen Aux-Eingang für ein Mikrophon und keinen Kopfhöreranschluss. Zwar könnt ihr euch die Stereo-Pegel auf dem Display einblenden, damit ihr den Ton nicht übersteuert, aber beim Filmen verlasse ich mich doch gerne nochmal auf mein Gehör. Sind die Hintergrundgeräusche zu laut? Hallt dieser Raum zu sehr? Gibt es ein unerwünschtes Rauschen bei der Funkstrecke? All das kann ich über die Pegelanzeige nicht genau ablesen. Ich empfehle euch deshalb ein externes Aufnahmegerät wie Tascam. Auf längere Zeit die bessere Alternative. Außerdem seit ihr so mit der Tonquelle vollkommen unabhängig zur Kamera, was die Frage aufwirft, wie ihr später Ton und Bild wieder zu 100 Prozent synchron bekommt. Hierzu könnt ihr die Software Plural Eyes 3.0 benutzen. Die funktioniert super zuverlässig, und führt Bild- und Tonquelle zusammen.

Prefocus und 4K-Serienbildfunktion

Bisher ging es viel um die Videotauglichkeit der G70, aber auch im Fotobetrieb gehört sie für mich einfach in die Riege der besten Systemkameras. Viele Systemkameras stehen einer Spiegelreflex heute um nichts mehr nach – so auch die G70. Der 16-Megapixel-Digital-Live-MOS-Sensor im Zusammenspiel mit den Quad-Core-Prozessor ermöglichen die Verarbeitung von acht Bildern pro Sekunde bei voller Auflösung. Überragend fand ich auch die Prefocus-Funktion. Mit ihr lässt sich der Schärfebereich im Nachhinein beinah beliebig verschieben. Kleine Korrekturen sind auf jeden Fall kein Problem. So habt ihr, wenn es mal schnell gehen muss, trotzdem die Chance aus dem Schnappschuss die beste Sequenz herauszuholen und dann auch noch den Schärfebereich anzupassen. Der einzige Nachteil besteht darin, dass diese Funktion natürlich mehr Speicher braucht, was aber vernachlässigt werden kann. Wer den Platz auf der SD-Karte dennoch möglichst gering halten möchte, kann sich das passende Einzelbild herauspicken und die Sequenz löschen. Aber Vorsicht: Was einmal weg ist, bleibt es.

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