Smart Mirror mit Lichterkette
Schminktischbau Teil 2

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der smarteste im ganzen Land. „Du nicht, das bin ich.“ Recht hat er! Der Bau eines Smart Mirror ist ein tolles Projekt, von dem ich nicht dachte, dass es sich so leicht durchführen lässt. Je nach Wunsch zeigt euch der Spiegel Uhrzeit, Datum, Feiertage und Wetter an, und sieht echt scharf aus. Folgt einfach den Schritten und pimpt mit dem Smart Mirror euren Schreib- oder Schminktisch. Wenn ihr noch keinen habt, gibt es in Teil 1 die Bauanleitung zum Tisch.

Was ihr benötigt
Material

Werkzeug

  • Gehrungs-Schneidlade mit passender Säge
  • Bohrmaschine mit Lochsägenaufsatz oder Forstnerbohrer
  • Heißklebepistole
  • Schraubenzieher
  • Rakel

Schritt #1: Rahmen zusägen und verschrauben

Für den Rahmen habe ich mir zwei weiße Sockelleisten mit jeweils zwei Metern im Baumarkt besorgt. Mit der Höhe von 8 cm eignen sie sich perfekt, um später die Fassungen der Lichterkette sowie die Steckdosenleiste hinter der Spiegelfläche zu verstauen. Die Länge der Leisten passe ich den Maßen der Plexiglasscheibe an, die ich bereits in den richtigen Abmessungen besorgt habe.

Um die Kanten der Leisten im 45°-Winkel zuzusägen, nutze ich eine Gehrungs-Schneidlade.

Den Rahmen könnt ihr mit Stuhlwinkeln zusammenschrauben. Prüft vorher kurz, ob eure Plexiglasscheibe in den Rahmen passen wird, und fahrt mit dem Schleifpapier über die Ecken des Rahmens.

Schritt #2: Plexiglas bearbeiten und Folie aufkleben

Natürlich könntet ihr den Smart Mirror auch ganz ohne Lichterkette bauen. Für einen Schminkspiegel, dachte ich aber, wäre das eine schöne Idee, und das Plexiglas lässt sich leicht bearbeiten. Messt einfach den Durchmesser der Fassungen eurer Lichterkette und wählt einen Bohrer bzw. Lochsägenaufsatz, der ein bis zwei Millimeter mehr Durchmesser hat.

In einheitlichen Abständen habe ich eine Körnermakierung auf der Scheibe gesetzt. Ich nutze einen Forstnerbohrer und habe ein altes Brett untergelegt, um nicht in den Werktisch zu bohren.
Für meine Lichterkette habe ich insgesamt 16 Bohrungen angefertigt. Anschließend habe ich die Löcher mit einem Kegelsenker vom Span befreit. Die Schutzfolie solltet ihr bis zu diesem Schritt unbedingt auf der Platte lassen.

Zunächst könnt ihr die Spiegelfolie grob mit der Schere zuschneiden. Seit dabei großzügig und lasst zu jeder Seite 2 cm überstehen.

Jetzt ist es an der Zeit, die Schutzfolie zu entfernen. Um unerwünschte Luftblasen später besser aus der Folie entfernen zu können, kommt eine Wasser-Spüli-Müschung auf das Glas. Sorgt unbedingt dafür, dass eure Scheibe frei von Spänen und Staub ist.

Mit Hilfe des mitgelieferten Rakels lassen sich die entstandenen Blasen leicht entfernen. Nur kleinere Bläschen konnte ich nicht zu hundert Prozent beseitigen.

Trennt jetzt die überstehende Folie mit dem Teppichmesser ab.

Nun dreht das Plexiglas auf die Rückseite, beklebt diese mit schwarzem Konstruktionspapier und schneidet sie zurecht.

Die Rückseite muss vollständig mit dem schwarzen Papier bedeckt sein und darf keine Lücken aufweisen. Erst durch das deckende Papier entfaltet die Spionspiegelfolie die volle Reflexionskraft.

Folie und Konstruktionspapier schneidet ihr an den Aussparungen vorsichtig ein.

Schritt #3: Spiegel und Rahmen verbinden

Um die zwei Element zu verbinden, lege ich erst das Plexiglas mit der Spiegelfolie nach unten auf den Boden. Legt etwas unter, damit die Folie dabei keine Kratzer abbekommt und dann den Rahmen darüber. Sollte der nicht vollkommen passen, müsst ihr das mit den Stuhlwinkeln korrigieren und die Lücken mit Holzpaste füllen und anstreichen.

Dann fahre ich einmal komplett mit der Heißklebepistole über alle Seiten und lasse alles kurz trocknen.

Schritt #4: Lichterkette anbringen

Schon nach kurzer Zeit könnt ihr den Spiegel umdrehen und die Kunstsoff-Glühbirnen in die Löcher stecken.

Von unten befestigt ihr die Leuchtkörper einfach, indem ihr die Fassungen aufschraubt. Verbindet die Lichterkette einmal mit dem Strom und schaut euch das Ergebnis an.

Schritt #5: Smartphone/Tablet befestigen

Das Smartphone könnt ihr einfach mit Klebeband befestigen. Es sollte immer mit der Stromquelle verbunden sein. Am besten setzt ihr euer altes Smartphone vor dem Benutzen auf Betriebseinstellungen zurück und installiert nur die benötigte App, um Strom zu sparen. Welche Apps oder sonstigen Möglichkeiten für einen Smart Mirror in Frage kommen, habe ich hier in einem extra Beitrag beschrieben.

Bevor ihr Smartphone oder Tablet befestigen könnt, müsst ihr das schwarze Papier an der gewünschten Position entfernen.
Dann braucht ihr die Folie nur noch gründlich sauber zu machen. Ein Glasreiniger eignet sich gut.

Smart Mirror: Fazit

Ich will unbedingt noch einen Smart Mirror basteln! Es ist relativ leicht umzusetzen und günstig noch dazu – vor allem wenn man ein altes Gerät benutzt, das sowieso nicht mehr gebraucht wird. Nur die vielen Bläschen, die ich leider nicht aus der Folie herausbekommen habe, stören mich ein wenig.

Beim nächsten Mal möchte ich einen Raspberry Pi zusammen mit einem LCD-Display verwenden. Mal sehen, was sich hier für Möglichkeiten auftun werden. Natürlich werde ich davon berichten.

Mit einem externen Schalter an eurer Steckdosenleiste könnt ihr das Licht bequem vom Tisch aus betätigen.
Die Lichterkette verleiht dem Spiegel das gewisse Etwas. Was meint ihr?

Habt ihr schon Erfahrungen mit dem Bau eines Smart Mirrors gemacht? Oder möchtet einen anfertigen? Dann schreibt mir doch ein Kommentar, würde mich freuen!

Hier nochmal in bewegten Bildern:

Technik verstehen. Technik gestalten. Technik testen. Diese drei Dinge bewegen mich im Alltag. Hier möchte ich spannende Geschichten und Projekte mit euch teilen. Zusammen halten wir Ausschau nach aktuellen Trends und nehmen allmöglichen Stuff unter die Lupe. Kommentiert gerne mit und werdet ein Teil von FUTUR3 hoch drei. Würde mich freuen!

2 comments on “Smart Mirror mit Lichterkette
Schminktischbau Teil 2

  1. Hey, die Idee ist wirklich cool.
    Ich hab auch noch ein ausgedientes Handy… Da werrde ich wohl bald mal ein bisschen experimentieren müssen 🙂
    Ich denke aber auch darüber nach, ob man nicht einen richtigen Spiegel nutzen könnte, bei dem stellenweise die hintere Beschichtung entfernt wird… und ggf. durch die Spionfolie ersetzt.

    Viele Grüße und danke für die Anregung
    Daniel

    1. Hey Daniel,

      habe den Blog die letzten Tage etwas vernachlässigt, daher sehe ich deinen Kommentar erst jetzt, sorry. Aber ich freue mich natürlich riesig darüber! 🙂
      Ja, im Nachhinein hätte ich auch ein paar Dinge anders gemacht. Der Spiegel ist sehr groß, was das Auftragen der Folie echt erschwert. Die paar Unebenheiten und Bläschen, die ich nicht mit dem Rakel herausbekommen hab, haben mich richtig geärgert. Dieses Problem hättest du mit einem fertigen Spiegel nicht. Auch die Aussparungen hätte ich dann nicht realisieren können. Hätte die Lichterkette dann im Rahmen befestigen müssen.
      Deine Idee finde ich gut! Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man den Rand zwischen Spionfolie und Silber- bzw. Alu-Schicht, die du an der gewünschten Stelle beseitigst, sehen wird. Ich wäre auf jeden Fall total gespannt auf das Ergebnis!
      Alternativ kann man natürlich auch zum Verglaser gehen und sich einen Spionspiegel, wie man ihn in Verhörräumen oder Supermärkten findet, anfertigen lassen. Das macht das Projekt aber wiederum teurer.
      Halte mich gern auf den Laufenden, was bei deinem Experimenten herauskommt. Wie gesagt: interessiert mich brennend!

      Danke für deinen Kommentar und freundliche Grüße
      Daniel

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