Softbox bauen DIY

Softbox aus Regenschirm selbst basteln
Upcycling-Projekt

Die Wichtigkeit des richtigen Lichts wird bei der Videoproduktion und im Fotobereich oft unterschätzt. Dabei entscheidet das Licht-Setting maßgeblich darüber, wie professionell eure Videos wirken. Eine Softbox zaubert mithilfe eines Diffusers ein besonders weiches Licht, weshalb sie sehr beliebt ist. Wie ihr euch für wenig Geld selbst eine Softbox bauen könnt, erfahrt ihr im Blogbeitrag!

Was ihr benötigt
Material

Werkzeug

  • Handsäge
  • Seitenschneider
  • Schere
  • Bürotacker

Video: Softbox bauen: Upcyclingprojekt aus altem Schirm

Schritt für Schritt zur eigens kreierten Softbox!

Sicher könnte man sich die Frage stellen, weshalb man die Zeit investieren sollte, um sich eine eigene Softbox zu basteln, wenn es günstige Modelle bereits ab 40€ bei Amazon zu kaufen gibt. Die Antwort ist einfach: Weil sich die Materialkosten ebenfalls in Grenzen halten, die fertige Lichtquelle ausreichend gute Ergebnisse liefert, jeder einen alten Schirm zuhause herumliegen hat und weil das Projekt einfach Spaß macht! Jede Menge Gründe also. In den nächsten Schritten erzähle ich euch, wie ich bei der Bastelei vorgegangen bin. Viel Spaß!

Schritt 1: Regenschirm bearbeiten und Softbox mit Reflexionsklebeband ausstatten

So wie er jetzt ist, können wir den Regenschirm nicht verwenden. Er benötigt eine gewisse Tiefe, damit später auch die Glühbirne unter dem Diffuser Platz findet. Also habe ich vier der insgesamt acht Streben mit dem Seitenschneider entfernt. Lange hab ich auch an einer Variante getüftelt, um die Softbox wieder zusammenfaltbar zu gestalten, bin aber auf keine praktikable Lösung gekommen. Wenn ihr Ideen dazu habt, schreibt mir gerne einen Kommentar. Da ich die Softbox sowieso nur im Heimgebrauch verwende, kann ich auf dieses Feature aber auch verzichten.

Nachdem die Streben entfernt sind, könnt ihr die restlichen vier vorsichtig mit einer Zange nach oben biegen. Leider flattert der Stoff des Schirms nun sehr. Um ihn wieder zu straffen, könnt ihr an den Ecken jeweils mit einem Bürotacker einige Klammern setzen. Der Stoff wird trotzdem noch etwas schlaff hängen, doch im nächsten Schritt bewältigen wir das, indem wir alles mit Klebeband fixieren.

Softbox bauen DIY
Das Reflexionsklebeband schneidet ihr passend zu und verteilt die Streifen gleichmäßig auf der Innenseite des Schirms. Keine Bange, wenn das Band nicht ausreicht, dafür haben wir noch Alufolie. Die funktioniert ebenfalls sehr gut.
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Einfach zur Mitte hin aufkleben. Die losen Seiten müsst ihr zuvor umschlagen und mit normalen Kreppband befestigen.

Das Reflexionsklebeband erfüllt seinen Zweck zwar ausgezeichnet, reichte für meinen Schirm aber überhaupt nicht aus. Aufgrund des Preises kann ich sie euch nur zum Teil empfehlen. Eine gute Alternative ist Alufolie, die ich für die restlichen Stellen einsetzte.

Wichtig zu beachten: Klebt die Alufolie mit der matten Fläche nach unten auf den Stoff und achtet darauf, dass keinerlei Schlitze entstehen, durch die das Licht später verloren gehen könnte!

Softbox bauen DIY
Die Alufolie lässt sich leicht mittels doppelseitigem Klebeband anbringen. Am besten ihr faltet die Folie zuvor drei bis vier Mal.

Schritt 2: Lichtquelle integrieren

Beim Licht habe ich ein wenig herumexperimentiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass eine LED-Glühbirne die geeignetste Lösung darstellt, da sie helles Licht liefert, dabei aber nicht so viel Wärme entwickelt wie herkömmliche Glühbirnen. Durch die Reflexionen und den geschlossenen Körper der Softbox muss man auf die Hitzeentwicklung achten. Gerade bei längeren Einsetzen sollte ja nicht gleich die ganze Mühe in Rauch aufgehen.

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440 Lumen sollte eure Lichtquelle mindestens aufweisen. Achtet auch darauf, ob eure Glühbirne warmweiß oder eher kaltweiß ausstrahlt. Eure Präferenz müsst ihr selbst bestimmen. Der Nachteil von LED liegt darin, dass es bei bestimmten Einstellungen der Belichtungszeit an eurer Kamera zu unerwünschtem Flackern im Bild kommen kann.
Softbox bauen DIY
Die Glühbirne schraubt ihr einfach in eine passende Fassung, die definitiv über einen An-Aus-Schalter verfügt und alternativ, wenn die Glühbirne dafür geeignet ist, über einen Dimmer. Die Fassung lässt sich gut mithilfe von Kabelbindern am Schirmgriff festzurren.

Schritt 3: Softbox-Diffuser basteln und am Regenschirm befestigen

Bevor wir loslegen können, muss der Großteil des Griffs entfernt werden. Sägt ihn so kurz ab, dass er den Diffuser nicht berühren kann, aber so lang, dass die Kabelbinder die Fassung der Glühbirne halten.

Softbox bauen DIY

Klettband bekommt ihr entweder mit oder ohne Klebestreifen. Mit doppelseitigem Klebeband hat es bei mir sogar besser funktioniert. Die Klettstreifen habe ich in gleich portionierte Stücke geschnitten und in gewissen Abständen an den Rand der Innenseite auf die Alufolie platziert.

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Jetzt kommt der Diffuser dran! Er macht die Softbox erst aus, denn durch den Stoff wird das grelle Licht gedämpft und wirkt so weicher und gleichmäßiger. Gerade für Interviews oder Portrait-Aufnahmen ist dieser Effekt wünschenswert.

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Für meinen Diffuser benutze ich ein Pollenvlies, das ich in den Restposten gesehen habe. Es sind auch andere Stoffe denkbar. Sie sollten das Licht dämpfen, aber nicht völlig absorbieren. Da mein Vlies sehr dünn ist, falte ich ihn zweimal mittig zum Quadrat.
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Stimmt die Länge präzise mit eurer Softbox ab und schlagt die Kanten passend um. Dabei solltet ihr einen dünnen Metalldraht einarbeiten, der dem Diffuser und somit eurer ganzen Softbox mehr Stabilität verleiht.
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Dann greift wieder zum Kreppband und fixiert die umgeschlagenen Kanten mit dem eingearbeiteten Draht. An den Ecken könnt ihr bspw. mit einem Papierlocher vier kleine Löcher hineinstanzen, mit denen sich die Enden der restlichen Streben verbinden lassen. Über den Kreppband kommt in den gleichen Abständen wie bei der Softbox die Klettstreifen. Durch das spätere Aneinanderdrücken dieser Klettstreifen, wird der Spalt zwischen Diffuser und dem Regenschirmstoff kleiner und es geht weniger Licht verloren.

Schritt 4: Softbox auf Lichtstativ befestigen

Nun benötigt ihr natürlich ein Stativ, auf dem ihr euer Bauwerk befestigen und in der Höhe und Neigung verstellen könnt. Doch wie befestige ich jetzt den Schirm auf dem Stativ? Der Teil ist ein wenig tricky. Aber ein Stativadapter für Actioncams eignet sich hervorragend hierfür! Häufig befindet sich auf Regenschirmen eine Kappe, dort wo wir die Schraube für den Adapter hineinschrauben möchten. Schaut einfach, wie diese Kappe bei eurem Schirm befestigt ist. Bei mir war sie in ein fertiges Gewinde hineingeschraubt, das – was für ein Glück – genau für die Stativschraube passte. Ich habe auch bei anderen Schirmen nachgesehen, die ich zuhause hatte und bei vielen konnte ich die Schraube ebenfalls anbringen.

Über das Rad am Adapter lässt sich die Neigung verstellen. Da die Softbox mehr wiegt als eine GoPro müsst ihr die Schraube deutlich fester anziehen. Dazu könnt ihr auch einen Schraubenzieher verwenden.
Softbox bauen DIY
Jetzt sind Schirm und Stativ verbunden. Das Kabel lege ich durch ein Loch im Schirm, das ich sofort wieder mit Klebeband verschlossen habe, damit kein Licht verloren geht.

Mein Fazit zur selbstgebauten Softbox

Ein bisschen wackelig ist sie schon, aber für meine Videos liefert sie genau die erwünschten Ergebnisse und steht einem gekauften Objekt in der Qualität um nichts nach. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, das Licht schön weich. Vor Regen wird mich dieser Schirm nicht mehr schützen, dafür aber vor schlecht ausgeleuchteten Lichtaufnahmen! 

Ihr wollt wissen, wie die Softbox so wirkt? Videos findet ihr auf meinem YouTube-Kanal:

Würde mich interessieren, was ihr so von dieser DIY-Idee haltet – Lasst mir gerne einen Kommentar da, das würde mich sehr freuen!

Technik verstehen. Technik gestalten. Technik testen. Diese drei Dinge bewegen mich im Alltag. Hier möchte ich spannende Geschichten und Projekte mit euch teilen. Zusammen halten wir Ausschau nach aktuellen Trends und nehmen allmöglichen Stuff unter die Lupe. Kommentiert gerne mit und werdet ein Teil von FUTUR3 hoch drei. Würde mich freuen!

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