Star Wars Arcade Automat im Eigenbau
Raspberry Pi

Darf ich präsentieren: Mein Arcade Automat im Star Wars-Style ist endlich fertig! In diesem dritten Teil geht es ausschließlich um den Bau des Gehäuses. Wenn ihr wissen wollt, wie ihr einen Arcade Automaten von Grund auf anfertigt, könnt ihr im ersten Teil das Aufsetzen von Retropie auf dem Raspberry Pi nachlesen. Im zweiten Teil geht es um die Verkabelung von LED-Buttons und Joysticks. Insgesamt ein super Projekt, um sich mit den Raspberry Pi vertraut zu machen. Mit ein wenig Zeit bekommt ihr einen individuellen Arcade Automaten für viele Stunden Spielspaß. Das lohnt sich!

Was ihr benötigt
Material

  • Raspberry Pi 3 (empfohlen), Alternativ auch Raspberry Pi 2 Model B (http://amzn.to/2hqZXeJ)
  • Netzteil mit mindestens zwei Ampere
  • Micro SD-Karte mit mindestens 4GB (besser 8GB, damit noch Platz für die Spiele ist)
  • HDMI Kabel
  • Alter Fernseher oder PC-Monitor
  • Sticker Darth Vader (http://amzn.to/2oS9iSP)
  • Sticker Imperium (http://amzn.to/2oSpsLR)
  • Sticker Rebellen (http://amzn.to/2pyqZEU)
  • Malerkrepp (http://amzn.to/2q6uNQO)
  • Lackdosen
  • Holzplatten, -latten und -leisten (Abmessungen je nach Wunsch)
  • Mehrfachsteckdose mit externem Schalter (http://amzn.to/2mKmEjk)
  • Alte Boxen samt Verstärker
  • Scharniere
  • LED-Lichtband
  • Holzplatten, Holzlatten und ein paar flache Holzleisten
  • Plexiglas
  • Audiokabel mit evtl. Flachsteckhülsen
  • Kantenschutzprofil
  • 2-Spieler-Controller-Board (Zum Beitrag)

Werkzeug

  • Stichsäge
  • Bohrmaschine mit Lochsägenaufsatz
  • Holzleim und Schraubzwingen
  • Teppichmesser

Schritt #1: Arcade Gehäuse anfertigen

Stück für Stück setzen wir jetzt unser Gehäuse zusammen. Schon das Zuschneiden der Seitenteile entscheidet über Erfolg und Misserfolg des Projekts. Ich hatte mir vorher eine Skizze angefertigt – das solltet ihr auf jeden Fall auch tun! Eigentlich wollte ich euch diese auch zur Verfügung stellen, hatte sie ganz hübsch gemacht in Illustrator.

Aber ich denke, das würde eher Verwirrung stiften. Ihr müsst eure Zeichnung so anpassen, wie euch die Form am Ende gefallen könnte, und bestimmte Abmessungen wie die Höhe und Breite eures Displays festlegen. Da habt ihr keinen Spielraum.

Erst schneide ich meine Holzplatte mit der Stichsäge mittig in meine zwei Seitenteile zu.

Dann spanne ich sie mit Schraubzwingen zusammen, damit sie exakt die gleiche Form bekommen und säge die Ränder zu.

Wählt eine Holzlatte, die einigermaßen gerade ist, und sägt sie mit Kapp-, Stich- oder Handsäge zu. Beidseitig schraubt ihr sie auf die angefertigten Seitenteile. Dabei könnt ihr kleine Lücken frei lassen, denn später sollen die darauf angebrachten Blenden alles verdecken.

Auch die Bohrungen für die Lautsprecher sowie den An- und Ausschalter habe ich mit dem Lochsägeaufsatz angefertigt. Auf der Außenseite solltet ihr die Bohrungen etwas anphasen. Ich weiß auch nicht, ob es Kegelsenker dieser Größe gibt. Wahrscheinlich. Ich habe mir einer Rundfeile bedient.

Mit dem Holzleim verklebt ihr nun die angefertigten Teile mit eurem 2-Player-Conrol Panel. Hier noch mal die Anleitung dazu. Statt Schraubzwingen habe ich die Seiten mit Werkzeugkoffern beschwert. Das sollte reichen.

Lasst die Sache über Nacht trocknen und greift am nächsten Morgen wieder an!

Jetzt geht es an die Verkleidung. Als Blende nutzte ich eine dünne Schrankrückwand aus den Restposten von Ikea. Nicht besonders robust, aber ich möchte den Arcade Automat nicht zu schwer werden lassen. Außerdem ist es günstig und das Material lässt sich auch mit einem Teppichmesser trimmen.

Messt eure Abstände und markiert sie euch auf der dünnen Platte. Danach schneidet ihr sie mit rechtem Winkel und Messer zurecht.

Für den Bildschirm benötigen wir eine extra Aussparung.

Die Blenden einfach in regelmäßigen Abständen an die Holzlatten spaxen. Hinten Lasse ich Platz für eine Tür aus Plexiglas.

Die an den unteren Latten aufgeschraubte Pressspanplatte mit der weißen Beschichtung, trägt später den Display. Außerdem finden verschiedene Komponenten wie Raspberry Pi und Audioverstärker darauf Platz.

Die Scharniere werden meine Plexiglastür halten.

Bevor es ans Lackieren geht, wollte ich noch die hässlichen Kanten beseitigen. Rückwertig habe ich dazu einfach flache Holzleisten über die Übergänge von Seitenteil und Blende geleimt. Beim vorderen Teil fülle ich die nach innen geneigten Kanten mit Silikon.

Mit der Spritzpistole bekomme ich es einfach nicht gleichmäßig hin. Deswegen bin ich mit Wasser und Tuch über die Linien gegangen. Danach war die Fuge verschlossen und der Strich sah gleichmäßig aus.

Schritt #2: Bildschirm integrieren

Was den Bildschirm angeht, habe ich lange Zeit darüber nachgedacht, wie man ihn bestmöglich integrieren könnte. Dann habe ich mich für die einfachste Lösung entschieden. Die Klebestreifen halten ihn zunächst an der Blende …

Eine Holzlatte bringt den Display auf die richtige Höhe. Sobald alles steht, wird es gleich verklebt. Nur durch die Klebestreifen hält der Display aber nicht auf Dauer. Deswegen habe ich erst eine Schnur und dann ein Stahlband über den Display gespannt.

Gut gesichert!

Schritt #3: Arcade Automat lackieren

Hier gilt die Devise „Mehr hält mehr“. Wichtig ist, dass ihr die Buttons herausnimmt, den Bildschirm gut abklebt genauso wie alle anderen Teile, keine Farbe abbekommen sollen. Zuerst habe ich drei Schichten weiß aufgetragen, dann zwei Schichten vom schwarzen Lack, über den ich dann noch mal einen funkelnden Effektlack aufgetragen habe.

Draußen lässt es sich am schönsten Lackieren!

Schritt #4: Blende und Tür aus Plexiglas zuschneiden und anschrauben

Insgesamt sechs Bohrungen für die Scharniere und eine für den Handknauf kommen in das Plexiglas.

Achtet darauf, dass die Folie auf der Scheibe bleibt.

Vorne bringe ich ebenfalls eine Plexiglasfront an, die mit LED hinterleuchtet wird. Jetzt sieht es schon fast aus wie ein richtiger Arcade Automat!

Die Figuren sind Relikte meiner Kindheit. Ich habe sie ebenfalls mit Gold-Effektlack angesprüht. Geile Optik!
Den Handknauf soll von einem kleinen Magneten gehalten werden. Den bringe ich einfach mit Sekundenkleber an.

Schritt #5: Raspberry Pi anschließen und LED-Lichtband verkleben

Den Raspberry Pi habe ich brav in einer PS-one-Hülle eingepackt. Jetzt müssen wir über HDMI den Display und über USB den I-Pac mitsamt dem Controller Board verbinden. Wie ihr den Raspberry Pi mittels Retropie in eine Spielekonsole umwandelt, könnt ihr hier nachlesen.

Da mein alter Display nur über einen VGA-Anschluss verfügt, habe ich noch einen VGA-HDMI-Adapter zwischengestöpselt.

Die Steckdosenleiste befestige ich mit Heißkelber hinten am Bildschirm. Hiervon beziehen Display, Raspberry Pi, Audio-Boxen sowie LED-Buttons und LED-Band ihren Strom.

Mein LED-Band lege ich einmal quer durch das Innere des Arcade Automats.

Beim Trimmen des LED-Bands unbedingt auf die Markierung achten!

Bei den Boxen habe ich etwas improvisiert. Ihr benötigt eine Einheit als Verstärker, die ihr mit den Boxen verkabeln könnt und einen AUX-Anschluss als Verbindung zum Raspberry Pi.

Ich wollte, dass das Innenleben des Arcade Automats von außen sichtbar bleibt und durch das LED sogar betont wird.

Den externen Schalter der Steckdosenleiste habe ich mit Heißkleber am Seitenteil befestigt.

Schritt #6: Feintuning und Buttons einsetzen

Noch sieht der Arcade Automat ein wenig unfertig aus. Das soll sich jetzt ändern. Durch die Buttons und Sticker erhält der Arcade seinen Feinschliff.

Die Buchstaben habe ich aus Bastelpapier ausgeschnitten.
Welche Seite vom Arcade Automat gefällt euch besser? Hinterlasst mir gerne einen Kommentar!
Mit einem Schraubenzieher lässt sich der Deckel der Buttons leicht entfernen. Die Buchstabensticker klebt ihr auf das Plätchen darunter.
Na, na? Richtig: JEDI MIND. Cool, oder?
Dieses Kantenschutzprofil für Bleche habe ich kurzfristig im Baumarkt erworben. So sieht auch der Bildschirmrand ordentlich aus.

Star Wars Arcade: Fazit

Wenn man das ganze Projekt zusammennimmt, und die Arbeit mit dem Raspberry Pi und die Verkabelung der Buttons und Joysticks mit einbezieht, habe ich wirklich einiges dazugelernt. Ich hoffe, bald wieder ein Raspberry Pi-Projekt angehen zu können. Gerade zu zweit macht das Zocken richtig Laune. Wenn man alles zusammennimmt, komme ich auf circa 20 Arbeitsstunden.

Ansonsten spricht das Ergebnis wirklich für sich.

Hier noch mal in bewegten Bildern:

Technik verstehen. Technik gestalten. Technik testen. Diese drei Dinge bewegen mich im Alltag. Hier möchte ich spannende Geschichten und Projekte mit euch teilen. Zusammen halten wir Ausschau nach aktuellen Trends und nehmen allmöglichen Stuff unter die Lupe. Kommentiert gerne mit und werdet ein Teil von FUTUR3 hoch drei. Würde mich freuen!

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