DIY Digitaler Tisch- oder Wandkalender mit Touch Screen [X] Raspberry Pi

Daniel [x] Raspi, [x] Stuff

In dieser Anleitung zeige ich dir, wie du dir mit gar nicht viel Material und auch gerne ohne Programmierkenntnisse einen Tisch- bzw. Wandkalender bauen kannst. Dabei spielt es keine Rolle, welche Dimension der Kalender haben soll, ob großer Bildschirm an der Wand oder kleiner Touch Screen auf dem Schreibtisch. Ich hatte mich für letzteres entschieden.

Das Projekt ist problemlos an einem Tag umsetzbar. Wenn ihr noch nie mit dem Raspberry Pi gearbeitet habt, gebt euch etwas mehr Zeit. Ich halte diese Arbeit aber für ein super Einstiegsprojekt. Na dann los!

Was du benötigst
Material:

☞ Holzleisten für Bilderrahmen (https://amzn.to/2RuDu7g) – Alternativ direkt einen Bilderrahmen im passenden Format kaufen

☞ Raspberry Pi 4 (https://amzn.to/33Zyqu6) – 3er Modell ebenfall möglich

☞ Tourch-Screen-Monitor (https://amzn.to/3ovLtx5)

☞ Tastatur und Maus

☞ Holzlack

☞ Entsprechende Kabel wie HDMI & Netzteile (sind bereits in den Packs von Monitor und Raspi enthalten, aber immer nochmal gegenchecken, falls du etwas anderes kaufst)

 

Werkzeug:

☞ Holzsäge und Schneidlade

☞ Holzleim (https://amzn.to/3ozaOpF)

☞ Schraubenzieher

☞ Winkelspanner (https://amzn.to/2QwJr37)

 

Es sind keine Programmierkenntnisse erforderlich

Ihr könnt euch hier einfach Copy-Paste bedienen. Habe selbst abgeschrieben und leicht modifiziert. Lediglich mit der Bedienoberfläche des Raspberry Pi solltet ihr vertraut sein. Was ich in diesem Beitrag nicht explizit beschreiben werde, was aber der erste Schritt ist: Wir müssen den Raspi mit dem passenden Betriebssystem ausstatten. Hier findest du eine gute Anleitung dafür: Raspberry Pi OS in zehn Minuten installieren

Schritt #1: Raspberry Pi richtig anschließen und Programme installieren

Nachdem ihr den Raspberry Pi aufgesetzt habt mit entsprechendem Betriebssystem, müssen wir die benötigten Programme installieren. Ihr habt den Raspberry sowie den Display am Strom und per HDMI verbunden? Dann tippt in der oberen Symbolleiste auf das Terminal.

Hierüber können wir die notwendigen Installationen ausführen, sofern sie noch nicht vorinstalliert waren. Dazu gebt ihr diese Befehle ein:

sudo apt-get install chromium-browser 
sudo apt-get install unclutter

Einfach mit „Enter“ bestätigen. Falls sie schon auf der SD-Karte existieren, gibt es eine entsprechende Fehlermeldung, ansonsten kannst du nun auf die Programme zugreifen.

Der Chromium-Browser wird später automatisch gestartet und zeigt unseren Kalender. Mit Unclutter entfernen wir den Mauszeiger, da dieser bei der Kalender-Anwendung eher störend ist.

Schritt #2: Autostart-Datei richtig konfigurieren

Nun müssen wir auf die Autostart-Datei zugreifen und diese überarbeiten und erneut abspeichern. Danach wird bei jedem Neustart des Raspis sofort der Browser und im entsprechenden Tab Google Calender geöffnet. Um die Datei zu öffnen, tippst du folgendes ins Terminal ein:

sudo nano /etc/xdg/lxsession/LXDE-pi/autostart 

Hier stehen schon ein paar Zahlen Code, die wir einfach ignorieren können.

Falls die Datei nicht öffnet, gehe mal ins Dateien-Verzeichnis und anschließend den Pfad entlang, ob die Datei wirklich vorhanden ist und richtig benannt.

Danach fügen wir dann folgende Zeilen ein:

# Mauszeiger Ausblenden @unclutter  # Bildschirmschoner ausschalten  #@xscreensaver -no-splash @xset s off @xset -dpms @xset s noblank

Den Befehl mit dem Bildschrimschoner habe ich weggelassen, weil es mich nicht stört, den Tischkalender wieder mit einem Fingerwisch zu aktivieren. Wenn ihr allerdings einen normalen LCD Bildschrim an der Wand anbringt, solltet ihr diesen definitiv deaktivieren.

Wenn du bei der Eingabe Schwierigkeiten hast, könnte es daran liegen, dass deine Tastatur noch nicht auf deutsch umgestellt ist.

Dann folgt der wichtigste Befehl:

# startet Chromium im vollbild Modus - öffnet die Webseite https://calendar.google.com/ @chromium-browser --kiosk --disable-crash-reporter --disable-infobars --noerrdialogs https://calendar.google.com/

In der unteren Leiste siehst du die Optionen, gehe dort auf „Speichern“ und du kehrst zum Terminal zurück. Damit bist du fast startklar. Du musst lediglich noch die Browser-Einstellungen vornehmen.

Schritt #3: Browser-Einstellungen vornehmen

Damit der Raspberry Pi auch direkt im richtigen Kalender starten kann, musst du einmal „https://calendar.google.com/“ im Browser eingeben und dich mit deinem Google-Account anmelden. Hier empfiehlt es sich direkt auch weitere Settings vorzunehmen, z. B. zur Darstellung des Kalenders, ob du alles in der Tagesansicht oder Wochenansicht sehen möchtest. Das hängt natürlich auch von der Größe deines Displays ab.

Wenn du diesen Schritt abgeschlossen hast und mit der Darstellung zufrieden bist, gehe wieder ins Terminal und gebe ein:

sudo reboot

Nun startet der Raspi neu und du kannst so testen, ob alles ordnungsgemäß funktioniert.

Schritt #4: Rahmen anfertigen

Falls du den Rahmen wie ich selbst bauen möchtest, benötigst du Holzleisten, die du an den Enden mit einem Winkelspanner und Leim verbindest. Ich empfehle dir zwei Winkelspanner, dann bist du doppelt so schnell, denn der Leim muss ja noch trocknen. Vorteil: Du kannst den Rahmen wirklich perfekt an deinen Display anpassen.

Dann musst du den Rahmen nur noch mit dem Display und Raspberry Pi verbinden. Ich hatte das Holz zuvor noch schwarz lackiert, da ich nicht zu viel Fokus auf den Rahmen lenken wollte. Er sollte eher mit dem Display verschmelzen.

Testbericht nach ein paar Wochen intensiver Nutzung:

Kurzum, ich bin voll zufrieden mit meinem neuen Kalender. Ich kann direkt meine Termine einsehen, ohne dass mir das Tab auf dem normalen PC immer verloren geht. Ob es etwas gibt, dass ich beim nächsten Mal besser machen würde? Das wäre definitiv das Kabelmanagement. Bei mir ist hinten alles offen, was seinen Charme hat für mich, allerdings sind die vielen Kabel doch etwas störend. Vielleicht könnte man doch ein geschlossenes Case bauen, um die Kabel besser zu verstecken.

Insgesamt bin ich aber sehr happy und das wirst du auch hoffentlich, wenn du das Projekt startest – viel Erfolg!