DIY Smoker Grill aus alten Ölfässern [X] Upcycled

Daniel [x] DIY, [x] Upcycling 2 Comments

Spare Ribs, Pulled Pork und andere Leckereien – mit einem Smoker gelingen dir diese in Perfektion auch zuhause. Klar, wer räuchern möchte, muss geduldig sein und wer sich seinen Smoker selbst bauen will noch geduldiger. Aber ein selbstgemachter Smoker aus Ölfässern ist günstig, funktional und mit etwas handwerklichem Geschick auch relativ schnell zusammengebaut. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie es geht.

Was du benötigst
Material:

☞ 2 alte Ölfässer (1x200l 1x60l)

☞ Vierkantstahlrohre

☞ Winkelstahlprofile

☞ Scheunendielen oder entsprechend anderes Holz

☞ Grill- Smoker-Thermometer (https://amzn.to/2YJNc2Z)

☞ Hitzebeständiger Lack (https://amzn.to/2YDzONR)

☞ Schrauben und Muttern

☞ Scharniere

☞ Holzgriffe

☞ Grillrost (https://amzn.to/31jrTHw)

☞ Metallrohr für Kamin

Werkzeug:

☞ HSS Stufenbohrer 35 mm (https://amzn.to/2T4EA5O)

☞ Schweißgerät

☞ Schweißwinkel

☞ Kreuzschraubenzieher

☞ Flex mit Trenn- und Schleifscheiben

☞ Bunsenbrenner

☞ Jede Menge Lappen

☞ Tischkreissäge

☞ Bohrmaschine und Akkuschrauber

Zuschnitt der Metallprofile und anschließendes Verschweißen

Nachdem der Plan stand, habe ich mich daran gemacht, die Stahlprofile zuzusägen. Und zwar nutzte ich hier Winkel- und Vierkantprofile 4×4 cm. Die Vierkantprofile verwende ich für alle vertikal angebrachten Streben und die L-Profile für die horizontalen. Denn dort wird ja später zum einen das große Fass gelagert und zum anderen werden dort die Dielen für die Ablagen eingesetzt und verschraubt.

Im Video siehst du alles von der Projekt-Vorbereitung bis zur ersten Smoker-Session:

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Nun wird alles entsprechend verschweißt. Achte penibel darauf, dass alles im rechten Winkel ist. Ich nutze hierzu spezielle Magneten. Zur Sicherheit solltest du aber auch einen Stahlwinkel anlegen, nachdem du die Schweißpunkte gesetzt hast.

Verschweißen Smoker

Zusätzlich habe ich noch Rollen an die vertikalen Vierkantrohre geschweißt, damit ich den Smoker später leicht verschieben kann.

Ölfässer vorbereiten

Ich habe mir zwei alte Ölfässer besorgt:

  • Ölfass 200 Liter: Dieses nutze ich als Hauptkörper, in dem später der Grillrost installiert wird und das Fleisch lagert.
  • Ölfass 60 Liter: Dieses Fass bildet den Heizkörper. Dort wird das Feuer entfacht. Es ist mit dem Hauptkörper verbunden und leitet die Wärme an ihn weiter.

Mit der Flex schneide ich zuerst den späteren Deckel aus dem größeren Fass. Die Schnittkante zeichne ich mit Edding vor und nutze ein Klebeband für die Ausrichtung.

Kleines Fass

Beim kleinen schneide ich eine Klappe aus der Oberseite für die spätere Holzzufuhr. Diese Klappe stattete ich dann mit Scharnieren und Griff aus.

Dann wird das kleine mit dem großen Fass verschweißt. An der passenden Stelle hatte das kleine Fass bereits die Öffnung zum Auffüllen oder Entleeren. Im anderen Fass habe ich eine Bohrung mit dem Stufenbohrer vorgenommen.

Sicherheit geht immer vor!

Du solltest alle scharfen Kanten sorgfältig entgraten. Ich hab mich beim Projekt auch einmal geschnitten. Das sollte nicht passieren – und schon gar nicht, wenn du gerade beim Smoken bist, denn dort trägst du wohl eher keine Schutzkleidung.

Schön Griffig

Als kleines Highlight habe ich mir überlegt, eine Axt als Griff zu benutzen. Wie findest du die Idee? Was hättest du stattdessen angebracht? Schreib es mir doch in die Kommentare.

Griff Smoker

Damit der Rauch auch wieder abziehen kann, schweiße ich oben ein keines Rohr an das Fass, wo ich zuvor auch eine große Bohrung mit dem Stufenbohrer vorgenommen hatte.

Eine weitere vorbereitende Maßnahme: Für die Dielen oben und unten setzte ich erst die Körnerpunkte und nehme dann die Bohrungen vor. Achte auf den passenden Abstand und orientiere dich an deinen Holzdielen.

Körnerpunkte setzen

Nähte sorgfältig abschleifen und Fässer säubern

Nachdem die grundlegende Konstruktion steht, flexe ich alle Schweißnähte sorgfältig ab, brenne die Innenräume der Fässer mit dem Bunsenbrenner aus und säubere sie anschließend gründlich. Diesen Schritt solltet ihr X-Mal wiederholen. Es wird mit der Zeit sehr nervig, aber man möchte ja keine giftigen Dämpfe in der Nähe vom Essen. Bei mir war zuvor auch Schmieröl in den Fässer gelagert, von dem ich nichts mehr sehen wollte.

Abflexen des DIY Smokers

Smoker-Lackierung in schwarzmatt und zwingend feuerfest

Im nächsten Schritt sprühe ich alles mit einem speziellen Kaminlack an. Es ist wichtig, dass euer Lack hitzebeständig ist, denn später werden weit über 100 Grad erreicht. Hier würde jeder normale Farblack abplatzen.

Smoker lackieren

Einen Fehler, den ich begangen habe und aus dem du lernen solltest: Schleife den alten Lack der Fässer wirklich sorgfältig ab. Es nützt dir nichts hitzebeständigen Lack auf ein schlechtes Fundament zu sprühen. Glaube mir

An einer Stelle beim großen Fass solltest du unbedingt ein Thermostat anbringen. Es ist sehr wichtig, die Innentemperatur über einen längeren Zeitraum ständig zu überwachen.

Viel Platz auf dem Rost und auf der speziellen Holzablage

Platz für Fleisch war ein großes Argument für mich, warum ich das Projekt angehen wollte. Bei meinem Weber-Grill fehlte mir die Ablagefläche für einen Teller, Alufolie oder ähnliches. Auch auf dem Rost wurde es schon stellenweise eng, wenn ein paar Gäste vorbeischauten. Mit dem Smoker jetzt kein Problem mehr. Ich nutze ihn auch fürs normale Grillen und lege die Kohle dann einfach in das große Fach direkt unter das Fleisch.

Ich habe zwei Ablagen geplant:

  • Die erste Ablage befindet sich auf Gürtelhöhe vor der Hauptklappe. Hier kann ich einfach Teller und Grillwerkzeug ablegen. Über dem kleinen Fass ist eine weitere Ablagefläche.
  • Die zweite Fläche knapp über dem Boden dient zur Ablage der Holzscheite für die Rauchkammer. Durch das zusätzliche Gewicht des Holzes wird das Konstrukt auch noch standfester. Kein Risiko mehr, dass der Wind ihn umweht.

Für die Ablagen habe ich alte Scheunendielen verwendet. (Mein Projekt „LED-Stehlampen“ habe ich ebenfalls aus Scheunendielen gebaut – schau doch mal rein!) Ich säge diese entsprechend an der Tischkreissäge zu. Anstatt sie aufwändig abzuschleifen, bearbeite ich sie mit der Stahlbürste und säubere sie sorgfältig. So bleibt der Charakter der Bodendielen besser erhalten.

Holzdiele zuschneiden
Holzdielen am Smoker verschrauben

Projektfazit Smoker

Zuerst die Dinge, mit denen ich sehr zufrieden bin: Die Ablagen sehen nicht nur toll aus, sondern bieten mir endlich den nötigen Platz, um Fleisch anzuschneiden etc. Das Äußere gefällt mir mit dem matten Schwarz und dem Axtgriff ebenfalls sehr gut. Die Rollen unten geben mir die nötige Flexibilität, den Smoker auch mal zu verschieben, wenn nötig. Das Gewicht ist nämlich nicht zu unterschätzen.

Was ich beim nächsten Mal besser machen würde: Ich würde die Fässer definitiv komplett abflexen, nicht nur oberflächlich. Weil ich dort Zeit sparen wollte, ist mir im Nachhinein gerade an den Stellen, wo sich die Kohle befand und große Hitze entstand, der Lack abgeplatzt und ich musste nacharbeiten.

Auch würde ich die Öffnung zwischen den Fässern nochmal etwas vergrößern, was ich wohl noch tun werde. Das große 200-Liter-Fass heizt sich nicht so schnell auf. Daher tat ich bei meinen bisherigen Räuchererfahrungen immer zusätzlich Kohle in einen indirekten Bereich des großen Fasses, um auf die geforderten 100 Grad zu kommen und aufrechtzuerhalten.

Insgesamt aber ein geiles Projekt, das mir ein neues Hobby geschenkt hat. Hättet ihr auch Bock einen Smoker zu bauen? Schreibt es mir doch in die Kommentare – auch wie ihr dieses Exemplar findet. Ich freue mich auch immer sehr über Projektbilder etc.

Wenn du nach Rezepten suchst, wie man bspw. Spare Ribs oder Pulled Pork auf dem Smoker perfekt zubereitet, schau doch mal bei mir auf Insta vorbei

Smoker DIY fertig

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