Tracking auch beim Offlinekauf

Daniel [x] Crime Leave a Comment

Onlineshops verfolgen bekanntlich jeden Klick und werten die Besucherzahlen aus, um ihre Plattform zu optimieren und möglichst rentabel zu machen. Aber auch im netzfreien Einzelhandel wächst die Zahl der Datenauswertung rapide an.

People Counter

„People-Counter haben Sie praktisch überall. Wenn Sie in einen Laden gehen, zu fünfzig Prozent werden Sie getrackt“, bestätigt Andreas Nobik, Geschäftsführer von Camovation, einer Sicherheitsfirma, die sich auf Videoüberwachung spezialisiert hat. Wie die Waren auf dem Kassenband wird auch jeder Besucher gescannt und fließt in die Statistik mit ein. Dabei sind die zählenden Kameras meist nicht auf die Ein- und Ausgänge beschränkt, sondern verfolgen auch die konkreten Strömungen von Käufern in den Gängen. Kaum jemand bemerkt die Tracking-Kameras, da sie meist in der Decke installiert sind.

Nobik hat Informatik studiert, bevor er sich selbstständig machte. Das kommt ihn bei seinem Geschäft zugute. Denn neben der Kameratechnik stellt er gleich auch die passende Software bereit. Er zeigt mir sein entwickeltes Analyse-Software. Mit ihr lässt sich ableiten, mit welcher Wahrscheinlichkeit wie viele Käufer zu einer bestimmten Zeit eintreffen. „Das ist besonders für die Personalplanung wichtig“, sagt Nobik. Minutengenau schätzt das Programm durch Erfahrungswerte die Besucherströme und bezieht dabei Wochentage und sogar die aktuelle Wetterlage mit ein.

Heat Maps

Eine Heat Map besteht aus blauen und roten Bereichen ähnlich wie ein Wärmebild, nur dass die Temperatur für die Farbe keinerlei Rolle spielt. Einzig die Bewegungen im Aufnahmebereich beeinflussen das Ergebnis.

Eine Kamera scannt den Raum, und über einen längeren Zeitraum wird dann analysiert, wo sich die Kunden am Häufigsten aufgehalten haben. Dies wird in einem Wärmebild dargestellt. Dort, wo die Frequentierung besonders groß war, ist die Fläche rot. Der Boden vor einem für Kunden uninteressanten Regal ist blau hinterlegt“, erklärt Nobik. Auch für diese Anwendung hat Nobik eine spezielle Software entwickelt, die in der Lage ist, feste Bestandteile eines Bildes herauszufiltern. Denken wir zum Beispiel an Maneki-neko- Figur (Winkekatze), die kontinuierlich ihre Tatze schwingt. Diese Bewegung wird vernachlässigt. Das Programm erkennt nicht nur Bewegungen, sondern stellt auch fest, ob es sich bei dem bewegenden Objekt um einen Menschen handelt. Nur dann sind die Bewegungen auch relevant für die Auswertung. Der Dackel, der regelmäßig durch den Laden flitzt, wird vom System nicht weiter beachtet.

Entgegen meiner Erwartung kommt die Technik vor allem in kleineren Geschäften zum Einsatz.

„Wir haben die vor allem in kleineren Läden. Weil sie einfach auf einen Blick sehen können, wo sich die Kunde aufhalten. Anschließend wird öfter umgebaut und wieder analysiert. Es geht darum herauszufinden, wo am besten die teure Ware platziert werden kann.“

Für eine noch präzisere Auswertung können auch einzelne Elemente im Bild selektiert werden. Zum Beispiel ein Wühltisch. Das „Wärembild“ zeigt dann, wo die meisten Hände den Tisch berührt haben und wie lange.

Technik verstehen. Technik gestalten. Technik testen. Diese drei Dinge bewegen mich im Alltag. Hier möchte ich spannende Geschichten und Projekte mit euch teilen. Zusammen halten wir Ausschau nach aktuellen Trends und nehmen allmöglichen Stuff unter die Lupe. Kommentiert gerne mit und werdet ein Teil von FUTUR3 hoch drei. Würde mich freuen!

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